Zwischen Tirol und Jamaica liegen zwar tausende Kilometer - die Eindrücke, die zwei Brüder bereits im zwarten Alter von sechs bzw. acht Jahren von dort mit nach Hause brachten, haben ihre musikalische Sozialisation allerdings entscheidend geprägt. Ein Besuch bei Verwandten war's, der Syrix und Professa das erste Mal in Kontakt brachte mit jener "Perle der Karibik", die sie heute als Hauptquelle ihrer Inspiration bezeichnen. Selbstverständlich sollten der ersten Reise noch viele weitere folgen - eine besonders unvergessliche im Jahr 2004, als
Iriepathie gemeinsam mit Künstlern wie
Sizzla Kalonji,
T.O.K und Chuck Fender auf der Bühne des weltberühmten "Reggae Sumfest" in Montego Bay standen. FM4-Hörern und Reggaefans aus heimischen Landen kennen das Duo spätestens seit ihrer Hitsingle "Analoge Rasta". Von Sunshine Reggae und bierzeltseeliger Vierviertel-Reggae-Parodie sind Syrix und Professa meilenweit entfernt, viele ihrer Botschaften verlautbaren sie in Deutsch: das hat den unbestreitbaren Vorteil ungemein erhöhten Verständnisses hierzulande, und verstanden will Professa auf jeden Fall werden, wenn er über Babylon singt, die herrschenden Zustände anprangert oder einfach nur über Erfahrungen und Anekdoten aus seinem Leben singt. Am 13. Oktober veröffentlichen
Iriepathie die 6-Track-EP "Niemals Aufgeben" bei Universal Music. Der erste Track eröffnet mit ausgesprochen sympathischen Durchhalteparolen, der englische Titel "Never give up" featured den Gastsänger
Morgan Heritage. Die weiche, gefühlvolle Stimme der Reggae-Legenden fügt sich nahtlos ins zart-groovige Soundgefüge des Duos. Leicht wehmütig erzählt der zweite Track "Ich weiß noch" von frühen Erinnerungen, anschließend lädt "Wieso" mit seinem eindringlichen Refrain zu Denkanstößen ein. Die Reggae-Ballade "Lang her" inszeniert gekonnt eine unerwartete Begegnung, "Die ganze Nacht" fängt auf bezaubernde Weise die Happy-Vibes-Stimmung einer gelungenen Dancehall ein. Für den letzten Track konnten
Iriepathie wiederum einen ganz besonderen Gaststar und guten Freund gewinnen: Mr.
Anthony B. leiht "One love we need 2006" seine unvergleichliche Stimme. Die Arbeitsteilung der zwei Brüder ist durchaus unsymmetrisch - produziert wird gemeinsam, bei Live-Auftritten steht Professa am Mic, Syrix kommt seiner Rolle als Selector und Backing Vocalist nach und hält sich ganz gern im Hintergrund. Ob mit verschiedenen Riddim Bands (House of Riddim, The Buccaneers u.a.) oder gemeinsam mit Matty Dread als Irievibrations-Soundsystem - Syrix und Professa haben in den letzten Jahren zahllose Dancehalls zum Glühen gebracht. Ihre starken und selbstbewussten Statements "wider die Schlagerseeligkeit" überzeugte in diesem Jahr die Amadeus Jury: seit das Duo die Trophäe als bester österreichischer "Alternative Act" entgegen nehmen durfte, warten Fans der
Iriepathie sehnsüchtig auf neues Material - und wenn schon das Wetter beschließt, den Sommer gravierend zu verkürzen, dann sind sonnige Irievibrations aus der Stereoanlage umso willkommener. Forward Reggae Music
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